Steinort in Masuren / Schloss Steinort

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Mauersee / Steinorter Brücke
(links in der Bildmitte: Schlosspark)
Steinort / Schloss Steinort
(hinten im Bild: Angerburg)
Mauersee / Insel Upalten / Mauerwald
(hinter der Insel, in der Bildmitte: Steinort)

 

Steinort (polnisch Sztynort): Geschichte des Ortes

 

In Masuren begegneten sich seit dem Mittelalter Deutsche und Polen. Viele Orte und Persönlichkeiten prägen die deutsche wie die polnische Geschichte. Schloss Steinort ist ein solcher Ort.

Steinort, in einer faszinierenden Naturlandschaft gelegen, war seit dem 16. Jahrhundert Stammsitz der deutschen Adelsfamilie von Lehndorff, die aus der Gegend von Königsberg stammte. Die Lehndorffs gehörten zu den großen Grundbesitzerfamilien in Ostpreußen. Lt. Güteradressbuch für Ostpreußen von 1932 umfassten die Landgüter der Grafschaft von Lehndorff rund 6.000 ha. Der nördliche Mauersee, der Mauerwald mit der Försterei Mauerwald (am Masurischen Kanal) sowie 4 weitere Forstbetriebe wurden gesondert ausgewiesen, gehörten aber dazu.

Nach dem Bezug der „Wolfsschanze“ bei Rastenburg durch Hitler am 24.06.1941 wurde der linke Flügel des Schlosses als „Feldquartier“ für Außenminister Joachim von Ribbentrop beschlagnahmt. Das Schloss blieb aber trotzdem noch Wohnort der Familie von Lehndorff. Die Verschwörer aus dem militärischen und zivilen Widerstand waren hier wiederholt zu Gast. Dies lag nicht nur daran, dass das Hauptquartier des Oberkommandos des Heeres „Mauerwald“ in den Wäldern des Grafen am Mauersee lag, sondern auch Hitlers Hauptquartier „Wolfsschanze“ war nur wenige Kilometer vom Schloss entfernt.

Heinrich Graf von Lehndorff (1909 - 1944), der letzte deutsche Besitzer des Schlosses, gehörte zu den Beteiligten des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944. Nach dem Scheitern des Attentats in der „Wolfsschanze“ wurde er am 4.09.1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Marion Gräfin Dönhoff (1909 – 2002), eine Cousine des Grafen Heinrich von Lehndorff und seit Kindertagen eine enge Freundin und Gefährtin, nannte Steinort in ihren „Ostpreußischen Erinnerungen“ „ohne Zweifel den schönsten Besitz in Ostpreußen“.

Ignacy Krasicki (1737 – 1801), Fürstbischof von Ermland und polnischer Schriftsteller, der mit Ernst Ahasverus Heinrich von Lehndorff (1727 – 1811) eng befreundet war und oft in Steinort verweilte, sagte den noch heute oft zitierten Satz: „Wer Steinort hat, der besitzt Masuren“ (Kto ma Sztynort, ten posiada Mazury“).

 

Schloss Steinort: Aktuelle Situation

Bild Schloss

Das Schloss Steinort hat den 2. Weltkrieg fast unbeschadet überstanden, verfiel aber in den Jahren danach zusehends. Die Einrichtung verschwand, die Immobilie verfiel und blieb wegen Einsturzgefahr abgesperrt.

Am 30.11.2009 wurde in Warschau ein Schenkungsvertrag unterschrieben. TIGA S.A. - der das Schloss Steinort seit 1998 gehörte - überschrieb das Schloss samt 6500 m2 Grundstück an die in Warschau ansässige Polnisch-Deutsche Stiftung Kultur­pflege und Denkmalschutz (Polsko-Niemiecka Fundacja Zabytków i Ochrony). Die Polnisch-Deutsche Stiftung übernahm mit diesem Vertrag nun rechtlich die Pflicht, Schloss Steinort zu retten und zu sanieren. Zusammen mit der in Görlitz ansässigen Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz und dem Förderkreis Steinort ist man nun bemüht, die erforderlichen Mittel für die Sanierung des Schlosses zu beschaffen. (mehr …)

Heute ist Steinort (neben Dönhoffstädt) eine der letzten erhaltenen großen Gutsanlagen im polnischen Teil des ehemaligen Ostpreußen, die noch nicht zur Ruine geworden ist. Die Chancen, das barocke Schloss im letzten Augenblick vor dem Verfall zu retten und einer neuen Nutzung zuzuführen, sind gestiegen.

Die ersten Notsicherungsmaßnahmen, die bereits durchgeführt wurden, konnten zumindest den Verfall des Gebäudes aufhalten.

Das Schloss kann heute nur von außen besichtigt werden.

Vor dem Schloss in Steinort steht ein Gedenkstein für Heinrich Graf von Lehndorff, gesetzt am 22. Juni 2009 – seinem 100. Geburtstag – von seinen vier Töchtern: Marie-Eleonore (1937), Vera (1939), Gabriele (1942) und Katharina (1944).

Zusammen mit der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz und privaten Investoren wurde ein Konzept für ein deutsch-polnisches Begegnungszentrum entworfen. Diese Idee finden alle vier Lehndorff-Töchter so gut, dass sie das Erbe ihres Vaters dafür geben wollen. Auch die polnischen Behörden unterstützen das Vorhaben.

Das Eigentum der Lehndorffs galt lange Zeit als verschollen. Nun ist seit 3 Jahren Bewegung in die Angelegenheit gekommen. Nach dem Willen der Erben sollen alle Kunstgegenstände, die sächsische Museen eines Tages zurückgeben, wieder nach Steinort kommen, wo die Familie über 500 Jahre lebte. So blieben sie öffentlich zugänglich.

 

Zeittafel nach 1945

(In Arbeit)

 
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